Seit 2008 stellt das Ökumenische Wassernetzwerk für die Fastenzeit eine wöchentliche Bibelbetrachtung und andere Materialien über Wasser bereit. Diese „Sieben Wochen im Zeichen des Wassers“ bieten die Möglichkeit, Aufklärungsarbeit zu leisten und auf den Weltwassertag am 22. März vorzubereiten.
Die Materialien schließen Hintergrundpapiere, weiterführende Links und Ideen für Aktivitäten von Kirchen, Gemeinden und Einzelpersonen ein. Die Bibelbetrachtungen konzentrieren sich auf die biblischen Werte der Gerechtigkeit, der Nächstenliebe und der Bewahrung der Schöpfung.
Im Mittelpunkt der „Sieben Wochen im Zeichen des Wassers“ steht 2012 die Rolle des Wassers in dem neuen, umstrittenen Konzept der „grünen Wirtschaft“. Dieses neue Konzept versucht, die wirtschaftliche Entwicklung mit dem Wohl von Umwelt und Gesellschaft zu versöhnen. Grünes Wachstum ist eines der Schlüsselthemen in den Diskussionen, die im Vorfeld von Rio+20, der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung im Juni 2012 in Rio de Janeiro, geführt werden.
Auf den ersten Blick haben Ökonomie und Ökumene wenig miteinander zu tun, außer dass die beiden Wörter ähnlich klingen und vielleicht gemeinsame etymologische Wurzeln haben. Und doch stehen Wirtschaft und Religion in einer tiefen Wechselbeziehung. Religiöse Menschen und Gemeinschaften sind Teil von Wirtschaftssystemen, leisten ihren Beitrag zu diesen, prägen die Wirtschaft und werden von ihr geprägt.
Ökonomische und ökologische Realitäten und insbesondere die „Ökonomie des Wassers“ sind von religiösen Praktiken und Vorstellungen stark beeinflusst worden. So haben z.B. mittelalterliche Techniken, wie die Einführung und Verbreitung von Fruchtfolge und Bewässerungssystemen, die Ordensgemeinschaften in und außerhalb Europas entwickelt und verbreitet wurden, große Auswirkungen auf die internationale Politik, auf Religion und Volkswirtschaften gehabt, die bis heute spürbar sind.
In Zeiten der Wirtschafts- und Umweltkrise hat die Notwendigkeit, sich mit der „Ökonomie des Wassers“ auseinanderzusetzen und aktiv zu werden, für Christen und Christinnen eine neue Dringlichkeit.
Hinweis: Die Meinungen, die in den Bibelbetrachtungen und verlinkten Hintergrundmaterialien zum Ausdruck kommen, spiegeln nicht notwendigerweise die Position des ÖWN und des ÖRK wider.
