Newsletter des Ökumenischen Wassernetzwerkes (ÖWN), Nummer 4 - Mai 2007

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Liebe Kollegen und Freunde,

“Wasser für Afrika” ist sicherlich eine der grossen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Nirgendwo sonst haben so grosse Teile der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser. Der Klimawandel wird es noch schwieriger machen, eine Lösung für diese Problem zu finden. Das Ökumenische Wassernetzwerk organisiert daher eine Konferenz zu dem Thema „Kirchen für Wasser in Afrika“, die Kirchenführer, Fachleute und NGOs zusammenbringt um zu diskutieren, was Kirchen und ihre Partner leisten können, um Situation der Menschen in Afrika zu verbessern und ihr Recht auf Wasser zu fördern. Die Konferenz findet 21.-25. Mai in Entebbe, Uganda, statt.

Während wir einerseits diese Konferenz vorbereiten, verfolgt das ÖWN auf der anderen Seite aufmerksam die Studie des Amtes des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) zu Wasser und Hygiene. Im vorangegangenen Newsletter hatten wir bereits dazu aufgerufen, beim OHCHR Stellungnahmen zu der Studie einzureichen. Wem die Zeit dazu zu knapp war im April, der hat jetzt eine zweite Chance: Einem Vorschlag des Ökumenischen Wassernetzwerkes folgend, hat der OHCHR zugestimmt weitere Einreichungen bis zum 31. Mai anzunehmen. Die Fragen, die in der Konsultation am 11. Mai in Genf und im dazugehörigen Diskussionsleitfaden aufgeworfen wurden, können dabei hilfreich sein.

Ausserdem möchten wir die Gelegenheit nutzen und die Leser und Leserinnen diesen Newsletters, die zum Deutschen Evangelischen Kirchentag (6.-10. Juni) in Köln kommen werden, herzlichst dazu einladen, an unserem Stand A11 in Halle 5.1 vorbeizuschauen um Materialien mitzunehmen und mit uns über diese und andere Themen zu diskutieren!

Mit besten Grüßen,

Euer Team vom ÖWN,
Maike Gorsboth & Guillermo Kerber

Inhalt:

  1. „Kirchen für Wasser in Afrika“, 21.-25. Mai 2007

  2. Konsultation “Menschenrechtliche Verpflichtungen im Zusammenhang mit Wasser und sanitären Einrichtungen”

  3. Wasser und das Ökumenische Wassernetzwerk auf dem Kirchentag in Köln Online

  4. Online-Umfrage von UNESCO-IHE Institute for Water Education und dem Co-operative Programme on Water and Climate

1. „Kirchen für Wasser in Afrika“, 21.-25. Mai 2007

Im südlich der Sahara gelegenen Afrika haben über 300 Mio. Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser. Was können die Kirchen und ihre Partner dazu beitragen, an dieser Situation etwas zu verändern? Schon nächste Woche werden sich die Vertreter verschiedener Kirchen und ihrer Partner aus mehr als 20 verschiedenen afrikanischen Ländern in Entebbe, Uganda auf einer Konferenz organisiert vom Ökumenischen Wassernetzwerk treffen um sich dieser Frage zu stellen.

Vom 21. bis zum 25. Mai werden Projektverantwortliche und Vertreter von NGOs gemeinsam mit Kirchenführern diskutieren, welche Rolle den Kirchen im Angesicht der afrikanischen Wasserkrise zukommen kann und muss. Es wird die Gelegenheit geben sowohl für den Austausch praktischer Erfahrungen und Ideen sowie für theologische und ethische Reflektion. Ein ganzer Tag werden die Teilnehmer unterschiedliche ländliche und städtische Projekte in der Umgebung besuchen.

Die Vielfalt der Gründe für den mangelnden Zugang zu Wasser spiegelt sich auch im Konferenzprogramm wieder: Von geeigneten Technologien für die Anpassung an den Klimawandel, der Mediation von Konflikten um natürliche Ressourcen, über die Privatisierung von Wasser und den Einsatz für Menschenrechte wird eine große Bandbreite an Themen behandelt werden.

Präsentationen, Fotos, und natürlich die Ergebnisse der Konferenz werden wir im Anschluss auf unserer Webseite des Ökumenischen Wassernetzwerkes veröffentlichen.

Weitere Informationen:

Das Programm der Konferenz “Kirchen für Wasser in Afrika” kann abgerufen werden unter http://www.oikoumene.org/en/activities/ewn-home/ewn-news-and-events-containers/english-news-container/single-news/article/2958/ecumenical-water-network.html

2. Konsultation “Menschenrechtliche Verpflichtungen im Zusammenhang mit Wasser und sanitären Einrichtungen”

Eine Reihe wichtiger Fragen in Bezug auf die Definition und Bedeutung des Menschenrechts auf Wasser wurden in der Konsultation “Human rights obligations with regard to equitable access to safe drinking water and sanitation” aufgeworfen, die am 11. Mai bei den Vereinten Nationen in Genf (Schweiz) stattgefunden hat. Die Konsultation war anberaumt worden vom OHCHR um Regierungen, dem privaten Sektor und der Zivilgesellschaft die Möglichkeit zu geben, ihre Ansichten über den Inhalt und Reichweite der OHCHR Studie zu teilen.

Während keiner der teilnehmenden Regierungsvertreter die Existenz des Menschenrechts auf Wasser offen anzweifelte, unterstrichen zum Beispiel die Vertreter von Deutschland, Argentinien und Bolivien ausdrücklich ihre Unterstützung dieses Menschenrechtes. Es herrschte auch eine allgemeine Übereinstimmung zwischen den Teilnehmenden darüber, dass die Wasserkrise in Bezug auf die Trinkwasserversorgung weniger in Knappheit als vielmehr in fehlenden Mitteln, mangelhaftem Management, und unzureichenden politischen Prioritäten und Konzepten begründet liegt.

Zu den Punkten, die vor allem von den Vertretern der anwesenden NGOs betont wurden, gehörten:

  • Die Notwendigkeit, in der menschenrechtlichen Perspektive Umweltbelange gerade nicht auszuklammern. Es wurde darauf verwiesen, dass der “Schutz des Wasser noch innerhalb des Ökosystems” besonders wichtig sei, um gerade Frauen und indigene Bevölkerungsgruppen zu schützen. Diese sind häufiger als andere Gruppen auf Wasser angewiesen, dass nicht aus öffentlichen Versorgungssystemen stammt.

  • Das individuelle Menschenrecht auf Wasser muss klare Priorität geniessen vor den “Rechten” und Ansprüchen von Unternehmen. Starke internationale Mechanismen sollten geschaffen werden um den Missbrauch des Menschenrechts auf Wasser durch Industrie und Wirtschaft zu verhindern. Bei der Frage, wie das Menschenrecht auf Wasser und Privatisierung zusammenhängen, muss berücksichtigt werden, dass viele Regierungen im Süden nicht über die ausreichenden Kapazitäten verfügen, um den privaten Sektor effektiv zu regulieren und zu überwachen.

  • Strukturen und Prozesse in der Wasserversorgung sollten dezentralisiert und partizipativ gestaltet sein.

In Bezug auf die Frage nach internationalen Mechanismen sprachen sich zivilgesellschaftliche Vertreter für einen UN-Sonderberichterstatter zum Recht auf Wasser aus. Dieser würde die Umsetzung des Menschenrechts auf Wasser begleiten und so zur Fortentwicklung der Definition diese Menschenrechtes beitragen.

 

Kurz vor dem Treffen hatte das OHCHR einen Diskussionsleitfaden zur Verfügung gestellt, in dem einige der wesentlichen Fragen, die die Studie aufwirft, aufgeführt werden (Seiten 7 und 8). Nach dem Vorschlag durch das Ökumenische Wassernetzwerk sagte die Sitzungsvorsitzende Maria-Francisca Ize-Charrin (OHCHR) zu, weitere Einreichungen für die Studie bis zum 31. Mai anzunehmen.

Weitere Informationen:

3. Wasser und das Ökumenische Wassernetzwerk auf dem Kirchentag in Köln

Wasser erleben und mit Wasser verantwortungsvoller umgehen, darum geht es bei der Pilgerfahrt unter dem Motto "EinFluss erfahren - Schöpfung bewahren". Sie beginnt am 17. Mai in Villingen-Schwenningen und führt von dort über Neckar und Rhein bis nach Köln. Dort wird das Ausstellungsschiff rechtzeitig für den Kirchentag vom 6. bis 10. Juni anlegen.

 

Neben der Pilgerfahrt und der Ausstellung auf dem Schiff bietet die Evangelische Landeskriche Württemberg auch eine ganze Reihe von Vortragsveranstaltungen, Gottesdiensten, und kulturellen Veranstaltungen an. Eine Übersicht über das Programm erhält man unter http://www.einfluss-erfahren.de

Auch das Ökumenische Wassernetzwerk wird sich auf dem Kirchentag präsentieren. Wir möchten herzlichst dazu einladen, uns am Stand des Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in der Halle 5.1, Stand A11 zu besuchen, um Materialien zu entdecken oder mit uns und unseren Kollegen und Kolleginnen vom ÖRK zu diskutieren.

Weitere Informationen:



Menschenrecht Wasser

Donnerstag

Freitag

Samstag

Unter freiem Himmel, Schiffsanleger Heidelberg, Kennedy-Ufer

10:30–22:00

WasserWorte

Donnerstag

Freitag

Samstag

WortWeg, Theo-Burauen-Platz

10:30–21:00

 

 

Wir essen mehr Wasser, als wir trinken

Donnerstag

Unter freiem Himmel, Schiffsanleger Heidelberg, Kennedy-Ufer

15:00–17:00

Wasser, Sonne und Geld

Donnerstag

Unter freiem Himmel, Schiffsanleger Heidelberg, Kennedy-Ufer

17:00–18:00

Naturnaher Ausbau der Wasserstraßen

Freitag

Unter freiem Himmel, Schiffsanleger Heidelberg, Kennedy-Ufer

10:30–12:30

Oh, leeve Jott, jev uns Wasser...

Freitag

Werkstatt Afrika Landschaftsverband Rheinland, Ruhr-, Rhein-, Erftsaal, Hermann-Pünder-Str. 1

11:00–13:00

Offenes Wasser oder Kalte Dusche

Samstag

Zentrum Altenberger Dom, Altenberger Dom, Taufkapelle, Eugen-Heinen-Platz 2, Odenthal

11:00–12:45

Altenberger Wasserwege

Samstag

Zentrum Altenberger Dom, Altenberger Dom, Martin-Luther-Haus, Uferweg 1, Odenthal

11:00–12:45

Die Wasser der Erinnerung

Samstag

Kirchenmusik, St. Aposteln, Neumarkt 30

15:00–16:30

Offenes Wasser

Samstag

Zentrum Altenberger Dom, Altenberger Dom, Eugen-Heinen-Platz 2, Odenthal

15:00–16:30

Für eine gerechte Wasserversorgung

Samstag

Unter freiem Himmel, Schiffsanleger Heidelberg, Kennedy-Ufer

15:00–19:00



4. Online-Umfrage von UNESCO-IHE Institute for Water Education und dem Co-operative Programme on Water and Climate

Gemeinsam mit UNESCO-IHE Institute for Water Education führt das “Co-operative programme on Water and Climate” momentan eine Online-Umfrage durch um ihr Angebot an Bildungs- und Trainingsmaterial zu Wasser und Klima zu verbessern.

Die Umfrage richtet sich an Fachleute aus den Bereichen: Politikentwicklung, Planung, Versorgungsunternehmen, Wasserkrafterzeugung, Landwirtschaft und /oder Naturverwaltung. Sie dauert etwa 5 Minuten.

Hier gehts zur Umfrage: http://www.surveymonkey.com/s.asp?u=744133235744

 

 


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