Dezember 2010
Nummer 4

Den Newsletter des ÖWN gibt es auf
Englisch, Spanisch, Französisch, und Deutsch.


Das Ökumenische Wassernetzwerk wünscht Ihnen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

1) Ökumenische Wasserkonsultation: Hoffnung für Asien
Fr Rex Reyes, der Generalsekretär des Nationalen Kirchenrates auf den Philippinen spricht bei der Abschlussveranstaltung der ÖWN-Asienkonsultation. Foto: Karlo Suarez/ÖWN

Experten/innen, Aktivisten/innen und Kirchenvertreter/innen, die zur Asien-Konsultation des Ökumenischen Wassernetzwerks zusammengekommen waren, diskutierten darüber, was es bedeutet, als Christen und Christinnen Zeugnis für Wassergerechtigkeit abzulegen.

Sie diskutierten unterschiedliche Formen von Aktionen und verpflichteten sich, diese in ihren eigenen Ländern und Gemeinschaften zu verfolgen. Die Teilnehmenden bekräftigten insbesondere den menschenrechtsbasierten Ansatz, um den Zugang schutzloser und armer Gemeinschaften zu Wasser und eine gerechte Verteilung der Wasservorräte sicherzustellen.

Ganz oben auf der Liste der 19 Selbstverpflichtungen, die sie auf der Konferenz eingingen, stand das Versprechen, „konkrete Fälle von Rechtsbruch sowie Bedrohungen des Rechts von Gemeinschaften auf eine sichere und ausreichende Versorgung mit Wasser und Sanitäranlagen zusammenzustellen und entsprechende Kampagnen zu entwickeln“.

Lokale Gemeinschaften würden häufig nicht in die Diskussion über Entwicklungsbelange, die sie direkt beträfen, einbezogen, stellten die Teilnehmenden fest und bekräftigten ihre Bereitschaft, einen Beitrag zur Gewährleistung „gerechter Entscheidungsfindungsprozesse“ zu leisten, in denen lokale Gemeinschaften ein starkes und effektives Mitspracherecht hätten und aktiv dazu beitragen könnten, „ihr Recht auf eine sichere und ausreichende Versorgung mit Wasser und Sanitäranlagen durch nachhaltige Entwicklung zu verwirklichen“.

Als Christen/innen und Vertreter/innen religiöser Organisationen bekräftigten die Teilnehmenden ihren Wunsch, „eine klare theologische Perspektive der Wassergerechtigkeit im Licht der Bewahrung der Schöpfung und der Schöpfung als erster Offenbarung Gottes zu entwickeln“. In dieser theologischen Perspektive verpflichteten sich die Teilnehmenden, „die Rechte der Erde neben dem Recht der Menschen auf Wasser und sanitäre Grundversorgung zu bekräftigen“.

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Volltext der Erklärung der Konsultationsteilnehmenden (auf Englisch, pdf)

"Unser Fluss, unser Marktplatz" (LWF Artikel)

2) Widerstand gegen Laiban-Damm in den Philippinen
Teilnehmende einer ökumenischen Konsultation zum Recht auf Wasser in Asien besichtigen das für ein Mega-Staudammprojekt vorgesehene Gelände auf der philippinischen Insel Luzon.

Einmal im Leben hat das Schicksal es mit dem Dorfältesten Danilo Torvator und seiner Familie nicht gut gemeint. Das war, als sie die Entscheidung getroffen haben, sich in einem Flusstal in den Ausläufern der Sierra Madre auf der philippinischen Insel Luzon niederzulassen. 

Torvators Ungewissheit über die Zukunft seiner Gemeinschaft geht zurück auf das Wasserversorgungsprojekt III für Manila, ein Joint Venture zwischen Regierung und Privatunternehmen, das den Bau eines 113 Meter hohen Staudamms am Fluss Laiban mitten im Gebiet der Dumagat einschließt.

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3) ÖWN begrüßt Resolution des Menschenrechtsrates zum Recht auf Wasser und Sanitärversorgung

Am Donnerstag, dem 30. September, nahm der UN-Menschenrechtsrat eine Resolution im Konsens an, in der Wasser und sanitäre Grundversorgung als Menschenrechte bekräftigt werden.

Unter Hinweis auf eine jüngst von der UN-Generalversammlung angenommene ähnliche Resolution ging der Menschenrechtsrat in seiner Resolution einen Schritt weiter und bekräftigte, dass „das Menschenrecht auf eine sichere Trinkwasser- und Sanitärversorgung sich aus dem Recht auf einen angemessenen Lebensstandard ergibt und untrennbar mit dem Recht eines jeden auf das für ihn erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit sowie dem Recht auf Leben und Menschenwürde verbunden ist.“

„Das bedeutet, dass das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung für die UNO durch die bestehenden Menschenrechtsverträge abgedeckt und daher rechtsverbindlich ist“, kommentierte die Unabhängige Expertin der Vereinten Nationen für das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung, Catarina de Albuquerque. „Das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung ist ein Menschenrecht, das allen anderen Menschenrechten gleichwertig ist; das bedeutet, dass es einklagbar und durchsetzbar ist.“

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Text der Resolution  (in allen UNO-Sprachen)

Erklärung der Unabhängigen Expertin für Menschenrechte, Wasser und Sanitärversorgung, Catarina de Albuquerque (auf Englisch)

UN-Webcast mit Videos von Regierungserklärungen zur Resolution (erfordert Real Player)

4) Neue Materialien
  • Resolution des UN Menschenrechtsrates zum Recht auf Wasser und Sanitärversorgung - A/HRC/15/L.14

    Im Konsensus angenommen bestätigst diese Resolution des UN Menschenrechtsrates, dass „das Menschenrecht auf eine sichere Trinkwasser- und Sanitärversorgung sich aus dem Recht auf einen angemessenen Lebensstandard ergibt und untrennbar mit dem Recht eines jeden auf das für ihn erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit sowie dem Recht auf Leben und Menschenwürde verbunden ist.“ Vollständiger Text der Resolution.

  • ÖRK und LWB zu Kirche und Klimawandel

    In einer gemeinsamen Erklärung antworten die Delegationen des Ökumenischen Rates der Kirchen und des Lutherischen Weltbundes auf die Frage, warum Kirchen bei den Verhandlungen zum Klimawandel auf dem COP 16 repräsentiert sind. Vollständiger Text der Deklaration (auf Englisch).

  • Mission und Schöpfung
    International Review of Mission, Vol 99, No 2

    Diese zweite Ausgabe des IRM in 2010 beschäftigt sich mit dem Thema "Mission und Schöpfung: Jenseits eines anthropozentrischen Verständnisses von christlicher Mission". Inhaltsverzeichnis (auf Englisch).

5) Veranstaltungskalender
  • 7. März – 23. April 2011: Wasser und gerechter Frieden
    Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2011, Ökumenisches Wassernetzwerk

    2011 werden die „Sieben Wochen im Zeichen des Wassers“ des ÖWN dem Thema „Wasser, Konflikt und gerechter Frieden“ gewidmet sein und der Frage nachgehen, welche Verbindungen zwischen dem Zugang zu Wasser, dem Kampf um Wasser und dem Aufbau eines gerechten Friedens bestehen. Das Thema ist aufgrund seiner Relevanz für Gemeinschaften und Kirchen in aller Welt und als Beitrag zur Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation (IöFK) gewählt worden, die vom 17.-25. Mai 2011 in Jamaika, Kingston, stattfinden wird.

    Durch biblische und theologische Reflexion und die Beschäftigung mit aktuellen Konflikten und Initiativen für Wassergerechtigkeit sollen die Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2011 deutlich machen, inwieweit Wasser eine zentrale Rolle bei allen vier Hauptthemen der IöFK spielt: Frieden in der Gemeinschaft, Frieden zwischen den Völkern, Frieden in der Wirtschaft, Frieden mit der Erde. Die Lage gefährdeter und ausgegrenzter Gemeinschaften und ihr Ringen um Wassergerechtigkeit werden im Mittelpunkt unserer Reflexion stehen.

    Die Sieben Wochen im Zeichen des Wassers bieten Einzelpersonen, Gemeinden und Kirchen die Möglichkeit herauszufinden, was sie tun können, um sich im Rahmen des Engagements für Wassergerechtigkeit in aller Welt für einen gerechten Frieden einzusetzen. Mehr unter: oikoumene.org/7-wochen-fuer-wasser

  • 22. März: Weltwassertag

    Das Thema des Weltwassertags 2011 lautetWasser für Städte: Antworten auf urbane Herausforderungen“. Weitere Informationen finden Sie unter www.unwater.org/worldwaterday. Sie können auch das „Toolkit“ des ÖWN für den  Weltwassertag herunterladen, das Ideen und Materialien für Aktivitäten enthält, die das Bewusstsein für die globale Wasserkrise stärken sollen.

 


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