Newsletter des Ökumenischen Wassernetzwerkes (ÖWN), Nummer 1 / 2008 (Februar 2008)

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Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen,

bald steht der Weltwassertag 2008 vor der Tür. Das Ökumenische Wassernetzwerk feiert bereits jetzt mit einer Meditation während der Fastenzeit zum Thema „Sieben Wochen für Wasser“. Gleichzeitig bereiten wir weitere Veranstaltungen vor, mit denen wir das Menschenrecht auf Wasser fördern wollen: Im April werden KirchenvertreterInnen und NGOs auf einem ÖWN-Workshop in Lesotho zusammenkommen, um sich mit großen Staudämmen und Wasserzählern, die mit Pre-Paid-Karten funktionieren, zu beschäftigen.

Außerdem möchten wir Sie noch einmal auf die ÖWN-Sommerschule zum Thema Wasser hinweisen, für die Bewerbungen noch bis zum 24. März möglich sind. Bewerben Sie sich, wenn Sie zwischen 18 und 30 Jahren alt sind, oder erzählen Sie Ihren Bekannten und Freunden davon!  

Mit herzlichen Grüßen vom Sekretariat des ÖWN

Maike Gorsboth

 

Inhalt:

1) Tansania gewinnt im Fall Biwater

Der tansanischen Wasserbehörde DAWASA wurden von einem internationalen Schiedsgericht beinahe acht Millionen US-Dollar zugesprochen. Die Klage war von City Water Services eingereicht worden, einer Tochter der britischen Firma Biwater, nachdem Tansania 2005 den Vertrag mit dieser Firma gekündigt hatte.

Die Wasserwerke von Daressalam, der größten Stadt Tansanias, waren 2003 privatisiert worden. Der auf zehn Jahre festgelegte Vertrag mit City Water wurde allerdings nur zwei Jahre später gekündigt, als klar wurde, dass sich die Leistung seit der Privatisierung nicht etwa verbessert, sondern sogar verschlechtert hatte.

Die Nichterfüllung des Vertrags in Daressalam seitens City Water in und die Angemessenheit der Kündigung wurden jetzt vom Schiedsgericht bestätigt, das der DAWASA 6,1 Millionen US-Dollar Schadenersatz und 1,8 Millionen US-Dollar für die Prozesskosten zusprach.

City Water versucht weiterhin, vor anderen Gerichten Schadenersatzansprüche geltend zu machen, wie beispielsweise vor dem Internationalen Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten in Den Haag. 

Weitere Informationen (in englischer Sprache):

2) Weltwassertag 2008: Die Bedeutung der Abwasserentsorgung

1,5 Millionen Kinder sterben jedes Jahr an Durchfall. Nahezu 90 Prozent aller Todesfälle aufgrund von Durchfall gehen auf fehlendes sauberes Trinkwasser und eine mangelnde Abwasserentsorgung zurück. 

2008 wird sich der Weltwassertag deswegen in Abstimmung mit dem Internationalen Jahr der Abwasserentsorgung auf die damit verbundenen Probleme konzentrieren. Weltweit sind Menschen dazu aufgerufen, den Tag zu feiern, um damit auf die Abwasserproblematik hinzuweisen.

Der Weltwassertag fällt dieses Jahr auf den 22. März (Karsamstag). Fangen Sie am besten gleich heute an, darüber nachzudenken, wie Sie den Weltwassertag in ihrem Kontext feiern können. Sie können in den Wochen der Fastenzeit die Meditationen zu „Sieben Wochen für Wasser“ dazu benutzen, sich auf den Weltwassertag vorzubereiten: Jede Woche stellen wir ein Foto und eine kurze Bibelmeditation mit einigen Ideen für Kampagnen und weiterführenden Links auf unsere Seite. Sie können diese wöchentlichen Meditationen auch per E-Mail abonnieren oder den RSS-Feed benutzen, um die Texte auf ihre eigene Website zu stellen.

Wir freuen uns, etwas über Ihre Ideen und Berichte über Ihre eigenen Aktivitäten zu hören.

Weitere Informationen:

3) ÖWN-Sommerschule zum Thema Wasser 2008: Bewerbungen noch möglich

Das Ökumenische Wassernetzwerk lädt junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren zur ÖWN-Sommerschule zum Thema Wasser ein. Zehn Tage lang werden in Genf Fragen der Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und das Menschenrecht auf Wasser diskutiert.

Die Sommerschule 2008 wird vom 27. Juli bis zum 5. August im Ökumenischen Institut in Bossey (Schweiz) stattfinden. Bewerbungen sind noch bis zum 24. März möglich, also bewerben Sie sich oder erzählen Sie Freunden und Bekannten davon.

Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie auf http://wasser.oikoumene.org oder direkt hier

 

4) Veranstaltungskalender

  • 3-28 März 2008: UN Menschrechtsrat, 7. Sitzung, Genf (Schweiz) - In der 7. Sitzung des Menschenrechtsrates wird unter anderem auch der Bericht des OHCHR über Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung diskutiert werden. In diesem Zusammenhang organisiert das Forum nationaler Menschenrechtsinstitutionen am 19. März eine Veranstaltung "Menschenrechtliche Perspektiven auf Wasser und Sanitäreinrichtungen". Als Sprecher sind u.a. Prof. Eibe Riedel, Mitglied des CESCR, sowie Vertreter unterschiedlicher nationaler Menschenrechtsinstitutionen.
  • 6.-7. März 2008: Europäische Wasserpolitik: Eine neue Phase? Brüssel (Belgien) - Dieses Seminar wird vom Institut Européen de Recherche sur la Politique de l’Eau (IERPE) organisiert und beschäftigt sich mit gegenwärtigen Merkmalen und Tendenzen europäischer Wasserpolitik. Ausgehend von dieser Analyse will das Seminar neue Ideen und Prioritäten für eine neue europäische Wasserpolitik definieren und Vorschläge zur Umsetzung geben.
  • 22. März 2008: Weltwassertag 2008
  • 21.-25. April 2008: Recht ströme wie Wasser. Maseru (Lesotho) - In Lesotho ist eines der Hauptthemen des Wassermanagements die Errichtung großer Staudämme, um große Mengen Wasser zu transferieren. Es besteht kein Zweifel, dass dieses Vorgehen in ganz Afrika an Bedeutung gewinnt. Es wird als Möglichkeit dargestellt, Wasser und Energie für die dringend notwendige wirtschaftliche Entwicklung zu gewinnen. Allerdings hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Projekte dieser Größe oftmals erhebliche negative Auswirkungen auf davon betroffene Gemeinschaften und auf die Umwelt mit sich bringen. Der vom ÖWN und Partnern organisierte Workshop legt den Schwerpunkt auf Lesotho, um zu zeigen, wie wichtig eine Politik ist, die menschliche und nachhaltige Entwicklung zur Priorität macht. Außerdem wird die Frage diskutiert, wie die Menschenrechte schwacher und marginalisierter Gruppen geschützt und gefördert werden können.
  • 22. April 2008: Earth Day - Der Nationale Rat der Kirchen in den USA begeht mit seinen Programmen zur ökologischen Gerechtigkeit den diesjährigen Earth-Day-Sonntag (der Sonntag unmittelbar vor oder nach dem Earth Day). Dieses Jahr stellt er die Beziehung zwischen Armut und Klimawandel in den Mittelpunkt und stellt englischsprachige Materialien für Gottesdienst, Bibelarbeit und Jugendarbeit zu dieser Thematik bereit.
  • 5-16 Mai 2008: Kommission der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung (englisch: Commission on Sustainable Development; CSD) (CSD-16), New York, US - Die UN Kommission für Nachhaltige Entwicklung wird in ihrer 16. Sitzung die Themen Landwirtschaft, ländliche Entwicklung, Dürre, Wüstenbildung und Afrika behandeln. Die Fortschritte im Bereich Wasser und sanitäre Einrichtungen seit der 13. Sitzung in 2005 werden überprüft werden.
  • 2.-6. Juni 2008: EcoTHEE: Ökologische Theologie und Umweltethik. Orthodoxe Akademie auf Kreta, Chania (Griechenland) - Das Ziel dieser Konferenz ist die Schaffung eines interdisziplinären und internationalen Forums für Information und Austausch unter Theologen, Naturwissenschaftlern, Wirtschaftswissenschaftlern, Soziologen, Politikern und Historikern, die sich mit ökologischer Ethik und beschäftigen und sich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.oac.edu.gr/artman/uploads/ecothee-08.pdf

5) Neue Materialien

Wenn die Fluesse versiegen  (When the Rivers Run Dry)
Fred Pearce

"Fred Pearces Berichte lesen sich wie Kriminalgeschichten und geben zugleich einen umfassenden Überblick über die Wasserkrise und ihre Auswirkungen. Nach der »grünen Revolution« der 70er Jahre, mit der eine wachsende Weltbevölkerung vor dem Hunger bewahrt werden sollte, ist nun eine »blaue Revolution« nötig, um unser wichtigstes Lebens-Mittel, das Wasser, zu retten." (Amazon)

Manuel on the Right to Water and Sanitation
Centre on Housing Rights and Evictions (COHRE), Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC), American Association for the Advancement of Science (AAAS) Science and Human Rights Programme and the United Nations Human Settlements Programme (UN-HABITAT).

Dieses Buch ist als Hilfe zur Umsetzung des Rechts auf Wasser und Abwasserentsorgung für Entscheidungsträger und Verantwortliche in der Praxis gedacht. Aber auch für die Zivilgesellschaft ist es nützlich, um viele wirtschaftlichen, umweltpolitischen und sozialen Rechtfertigungen der Regierungen zu entkräften, die sie anführen, um nicht einmal die grundlegendsten Elemente dieses Rechts sicherzustellen. Das Handbuch wurde in allgemein verständlicher Sprache verfasst und zeigt, wie Menschenrechte im Wasser- und Abwasserbereich in der Praxis umgesetzt werden können. Es wird aufgezeigt, dass die Umsetzung des Rechts auf Wasser und Abwasserentsorgung nicht nur eine Frage der rechtlichen Anerkennung oder die Zuweisung von Mitteln ist. Stattdessen bietet es eine Grundlage für praktische Reformen in vielen Feldern der Wasser- und Abwasserwirtschaft und im Haushalten mit Wasserressourcen, die diesen Sektor mehr an den Interessen der Armen ausrichten und ihn rechenschaftspflichtig und inklusiv machen können.

Lake Naivasha: Withering under the Assault of International Flower Vendors
Council of Canadians, Food & Water Watch

Council of Canadians und Food & Water Watch geben diesen Bericht als Teil ihrer gemeinsamen Kampagne zu Rettung des Naivasha-Sees  heraus, der von Blumenkonzernen bedroht wird, die über Jahrzehnte den See in Kenia dazu benutzt haben, Blumen für den Export nach Europa und in andere reiche Gebiete anzupflanzen. Der Bericht dokumentiert die negativen Auswirkungen der Blumenindustrie auf die Umwelt und auf die Menschen, die dort arbeiten.

Blue Covenant: The Global Water Crisis and the Coming Battle for the Right to Water 
Maude Barlow

In ihrem internationalen Bestseller Blaues Gold legten Maude Barlow und Tony Clarke dar, wie eine Handvoll Konzerne die versiegenden Wasservorräte der Erde in Besitz nehmen und kontrollieren, wodurch weltweit Millionen Menschen der Zugang zu dieser grundlegenden Ressource verwehrt wird und eine globale Wasserkrise heraufbeschworen wird. Blue Covenant baut auf Blaues Gold auf und beschreibt eine starke Antwort auf diesen Trend: Eine neue internationale Basisbewegung, um Wasser zu einem Menschenrecht zu machen, zu etwas, das man nicht kaufen oder für Profit verkaufen kann.

Water for the Recovery of the Climate – A New Water Paradigm
M. Kravcík, J. Pokorný, J. Kohutiar, M. Kovác, E. Tóth

Ziel dieses Buches ist eine Veränderung der gegenwärtigen Praxis des Austrocknens von großen Landflächen, was durch Abholzung, landwirtschaftliche Aktivitäten und das Ausströmen von Regenwasser aus den Städten verursacht wird. Das Austrocknen führt zu verminderter Verdunstung, zur Umwandlung von Sonneneinstrahlung in fühlbare Hitze und zu einer Veränderung der großen Energieströme des betroffenen Gebietes. Dies wirkt sich auch auf die Wasserzirkulation auf der Erde aus und bewirkt extreme Wetterphänomene. Die Autoren dieses Buches schlagen als Lösung für diese Probleme relativ einfache Maßnahmen zur Sammlung von Regenwasser und zum Erhalt des Wassers vor; Maßnahmen, die Menschen überall auf der Welt seit Hunderten oder sogar Tausenden von Jahren anwenden. Sie können das Buch in Gänze herunterladen unter http://www.waterparadigm.org

 


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